2015 – Das Jahr der Sensoren

Big Data ist ja vor allem dort interessant, wo sich diese Daten selber erzeugen lassen. Mittlerweile gibt es für viele Lebensbereiche Systeme, mit denen man die unterschiedlichsten Daten einfach und automatisch erfassem kann. Gut ist, dass die Hersteller solcher Systeme immer mehr dazu übergehen, offene Schnittstellen für den Zugriff auf diese Daten zu realisieren. Zwar nutzen viele dieser Systeme für den Privatgebrauch zumeist Apps für iOS und Android, aber diese „sprechen“ zumeist über HTTP(S) oder Bluetooth mit den Sensoren. Systeme die keine ausreichende Dokumentation ihrer Datenschittstelle aufweisen, werde ich meiden und nur die Systeme kaufen, bei denen ich selber die Möglichkeit bekomme die Daten auszulesen. Folgende Geräte werde ich 2015 nutzen um für mich interessante Daten zu erheben:

1. Wetterstation von Netatmo

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Zugegeben hat mich auch der Formfaktor dieser eleganten Aluminumröhren angesprochen. Mit Hilfe der zwei Stationen lassen sich Aussentemperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck im Aussenbereich und Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftqualität, CO2-Gehalt und der Schallpegel in dB im Innenbereich messen. Einmal im WLAN konfiguriert lassen sich die Daten über eine Webseite bei Netatmo oder über eine entsprechende App für iOS (iPhone und iPad) oder Android anzeigen. Hier werden nicht nur die aktuellen Werte angezeigt, sondern auch zeitliche Verläufe dargestellt.
Zugriff auf die Daten enthält man über eine RESTful API welche hier dokumentiert ist. Auch hier erweist sich GitHub als Quelle der Wahl um die Anbindung an die Lieblingsprogrammiersprache zu finden. So findest sich hier eine Anbindung der Wetterstation in Python und hier eine für Java.

2. Die intelligente Steckdose Fritz!DECT200 von AVM

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Seit dem wir Stromkunden bei Lichtblick sind und damit ausschliesslich Ökostrom beziehen, interessiere ich mich noch einmal mehr dafür, welche Gerät in unserem Haushalt wieviel Strom verbaucht. Um das herauszufinden kann man einfache Energiemonitore wie die Voltcraft-Geräte von Conrad nutzen. Da ich die so erhobenen Daten gerne digital weiterverarbeiten möchte, habe ich mich nach einem entsprechenden Gerät mit WLAN-Anschluss umgeschaut. Die Fritz!DECT200 hat sich angeboten, da wir selber eine Fritzbox von AVM für unsere Telefonie und unseren Zugang zum Internet nutzen. Allerings werden die Daten hier nicht über WLAN sondern über eine verschlüsselte DECT-Verbindung zur Fritzbox übertragen. Dort lässt sich die Steckdose auch konfigurieren und bei bedarf auch ein- und ausschalten.

Mein Ziel ist es, gängige Verbraucher mit Hilfe der Fritz!DECT200 über den Zeitraum von einer Woche zu vermessen um so ein Gefühl dafür zu bekommen, was zum Beispiel unsere Waschmaschine, unsere Spülmaschine, unser Fernseher (inkl. aller daran angeschlossener Geräte) und mein Computer pro Woche an Strom verbrauchen. Praktisch bei der Konfiguration der AVM Steckdose ist, dass sich auch der Preis einer Kilowattstunde (aus der aktuellen Stromrechnung) hinterlegen lässt.

Um an die Daten unabhängig von der Fritzbox zu kommen, bietet AVM sein Home Automation HTTP Interface an. Über diese Schnittstelle lassen sich die Daten der Steckdose auslesen oder schalten. Wer keine Lust hat die Schnittstelle selber zu implementieren wird auch auf GitHub fündig. So liefert zum Beispiel Roland Huss eine einfache Anbindung zu Perl.

3. Aktivitätstracker FitBit ZIP

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Den FitBit ZIP hab ich jetzt schon über ein Jahr. Interessant an dem Gerät finde ich eigentlich nur den Schrittzähler. Nachdem ich diesen bereits Anfang letztes Jahr zur Unterstützung meiner „guten Vorsätze“ angeschaft hatte, nutze ich ihn seit Anfang diesen Jahres vermutlich aus dem gleichen Grund. Er motiviert mich das eine oder andere Stockwerk zu Fuss und nicht nur mit dem Fahrstuhl zu erreichen und er belohnt mich am Ende des Tages dafür, wenn ich ohne Schirm zu Fuss durch den Regen nach Hause gehen muss. Die Daten sind bequem über die Webseite und über die iOS oder Android App einzusehen. Auch FitBit bietet hier eine Dokumentation zu ihrer RESTful API an. Auch hier findet sich, wie bei den eingangs beschriebenen Geräten, Implementierungen der Schnittstelle für die unterschiedlichsten Programmiersprachen auf GitHub. Von Brad Pitcher stammt die Python Implementierung der API.

Mal sehen, welche der genannten Geräte ich am Ende dieses Jahres immer noch nutze und welche Ergebnisse ich mit der Nutzung von ihnen erzielt habe. Happy Hacking 2015!

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